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Taubermobil Carsharing e.V. seit einem Jahr am Start

Carsharing kommt im Ländlichen Raum an

Ein Ehepaar ist vor zwei Jahren neu nach Bad Mergentheim gezogen. Das Besondere: die beiden leben hier ohne eigenes Auto. Sie sind, wann immer möglich, mit Fahrrädern und öffentlichem Verkehr unterwegs. Als sie aus der Zeitung von der Einführung des Carsharing in Bad Mergentheim erfuhren, wurden sie noch in derselben Woche Mitglied und waren sehr glücklich, bei zusätzlichem Bedarf ein Carsharing-Fahrzeug nutzen zu können.

In diesen Tagen feiert der Verein Taubermobil Carsharing e.V. nun bereits sein erstes Jubiläum: am 10. März 2017 wurden drei Fahrzeuge im Beisein von Oberbürgermeister und Landrat der Öffentlichkeit präsentiert und damit das Auto-Teilen in Bad Mergentheim gestartet.

 

Kooperation und glückliche Zufälle machen es möglich

Eine weitreichende Vernetzung und ein glücklicher Zufall hatten es möglich gemacht: Taubermobil Carsharing e.V. erhielt vor einem guten Jahr die Zusage für finanzielle Fördermittel vom Verkehrsministerium in Stuttgart. Der Mergentheimer Verein ist das erste Carsharing-Projekt im Ländlichen Raum, das vom Land Baden-Württemberg als Pilotprojekt gefördert wird.
Durch die Förderung konnte der Verein einen Golf Variant mit Anhängerkupplung als Vereinsfahrzeug anschaffen, der jetzt in der Milchlingstraße für Nutzer bereitsteht.

Hilfreich waren auch Kooperationen vor Ort, damit der Verein starten konnte: die evangelische Kirchengemeinde in der Härterichstraße kaufte ein Elektrofahrzeug, das für die Nachbarschaftshilfe und die Carsharing-Nutzer zur Verfügung steht. Der Fordhändler Auto-Weber an der Tankstelle in der Herrenwiesenstraße hat einen Ford KA auf seinem Gelände, der ebenso von Taubermobil-Mitgliedern gebucht werden kann.
Dass Carsharing mehr und mehr im Trend liegt, zeigte sich auch bei einer Fragestunde im Haus der Abgeordneten in Stuttgart, zu der Vertreter von Taubermobil e.V. kürzlich eingeladen waren. Das Verkehrsministerium arbeitet derzeit an Vorschlägen, vernetzte Mobilität noch mehr zu unterstützen, auch im Ländlichen Raum, dabei waren auch die Erfahrungen aus Bad Mergentheim gefragt.

 

Entwicklung im ersten Jahr

Langsam und stetig wächst die Nachfrage – und das, ohne dass bisher viele öffentlichkeitswirksame Aktionen durchgeführt wurden. Alles hatte mit 14 Gründungsmitgliedern begonnen. Seit letztem Jahr hat sich nun die Mitgliederzahl, die Taubermobil Carsharing e.V. nutzen, verdoppelt. „Geduld zu haben, dann ist auch im ländlichen Raum vieles möglich“ – so lautete die Einschätzung des Bundesverband Carsharing e.V., der die Mergentheimer Initiatoren von Anfang an beraten hat. Die ersten Erfahrungen bestätigen dies und übertreffen die Erwartungen teilweise sogar.

Die erste Vorsitzende, Dorothea Grebbin, freut sich über diese Entwicklung „Ein zuverlässiges Angebot machen und einfach dranbleiben“ ist ihr Motto. Sie weiß, dass viele Haushalte im ländlichen Raum über zwei oder mehr Fahrzeuge verfügen und sich übers Auto-Teilen keine Gedanken machen. Erst, wenn ein Fahrzeug ersetzt werden müsse, wenn größerer Bedarf im Haushalt durch zusätzliche Termine von Partnern oder Kindern entstehen, oder in einer neuen Lebenssituation, erst dann denken Menschen über die Carsharing-Option nach. Auch für Firmen ist Carsharing interessant – so sind die Stadtwerke bereits Unterstützer und Nutzer, und das Hotel Bundschu möchte Gästen, die ohne eigenen PKW anreisen, zusätzlich zum ÖPNV eine Mobilität ermöglichen.

 

Verkehrssünder Nr. 1 im Landkreis Main-Tauber: der Verkehr

Wie bei der aktuell laufenden Erstellung des Klimaschutzkonzeptes vom Main-Tauber-Kreis zu erfahren war, nimmt der hiesige Landkreis laut Statistischem Landesamt bundesweit einen wenig rühmlichen Spitzenplatz ein, denn er liegt mit 763PKW pro 1.000 Einwohner fast 200 Fahrzeuge über dem bundesweiten Durchschnitt in 2017.
Somit ist der Verkehr im hiesigen Landkreis mit 36% des Gesamtenergieverbrauchs der größte CO2-Verursacher, die Haushalte lagen dahinter auf Platz zwei, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen auf Rang drei, die Industrie auf Rang vier mit 14% Anteil am Gesamt-CO2 Ausstoß. (Zahlen von 2015).
Deshalb ist das Carsharing laut Aussage von Dorothea Grebbin ein wichtiger Schritt, dass Menschen auch im Ländlichen Raum Alternativen bekommen und sich die Anzahl der Fahrzeuge langfristig reduzieren kann.

 

Wann Carsharing sich lohnt

Wer seinen eigenen Wagen weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr nutzt, für den ist Carsharing finanziell die attraktivere Alternative – der eigene PKW kostet dann im Unterhalt nachweislich mehr. Und zusätzlich können Carsharing-Nutzer auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen und zum Beispiel für unter zehn Euro mit der Bahn nach Stuttgart oder Würzburg fahren.

Die Mitgliedschaft im Verein Taubermobil Carsharing e.V. ist bis auf eine Aufnahmegebühr frei, das heißt, Kosten entstehen erst dann, wenn ein Fahrzeug gebucht wird.
Für eine dreistündige Fahrt zu einer Erledigung in der Umgebung muss man mit 12,60 Euro, für eine sechsstündige Kulturfahrt nach Würzburg 31 Euro rechnen. „Da ist dann alles dabei, Unterhaltung, Wartung, Versicherung und Benzin“, stellt Dorothea Grebbin klar. Wer will, kann mit Taubermobil auch erste Erfahrungen im Bereich der Elektro-Mobilität sammeln. Dass diese nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch Freude macht, bestätigen die positiven Rückmeldungen, die Taubermobil Carsharing e.V. immer wieder bekommt.

Weitere Informationen und alle nötigen Unterlagen finden sich auf unserer Homepage. Der Einstieg ins Carsharing ist denkbar einfach“, erläutert Dorothea Grebbin.

 Nähere Infos unter www.taubermobil.de oder Tel. 07931 - 51349